Was ist eine Verbitterungsstörung?

Aktualisiert: 2. Aug 2019

Verbitterung an sich ist erst einmal keine Krankheit. Sie entsteht in der Folge von Kränkungen und Enttäuschungen, die wir im Laufe unseres Lebens erleben und stellt eine ganz normale Gefühlsregung dar, wie beispielsweise Angst oder Wut.

Manchmal gelingt es uns jedoch nicht, mit dem erlittenen Unrecht abzuschließen. Es fehlt uns an Ressourcen, mit den Belastungen umzugehen. Wir sprechen Schuldzuweisungen aus, werden ärgerlich und wütend und fühlen uns verletzt und in unserem weiteren Lebensvollzug eingeschränkt. Dies hat fast jeder von uns schon einmal so oder in ähnlicher Weise erlebt. Irgendwann beruhigen wir uns aber wieder und können zu unserem normalen Lebensalltag zurückkehren.


Manchmal breitet sich die Verbitterung im Leben jedoch so weit aus, dass man sie nicht mehr ablegen kann und sie chronifiziert. Wenn die Symptome der Verbitterung länger als sechs Monate bestehen bleiben, spricht man von einer posttraumatischen Verbitterungsstörung. Diese zählt zu den Anpassungsstörungen.


Symptome der Verbitterungsstörung

Häufig reagieren Menschen dauerhaft aggressiv und verbittert in der Interaktion mit anderen Menschen. Die Betroffenen fühlen sich ungerecht behandelt, vielleicht auch gedemütigt oder bloß gestellt und sind nicht in der Lage, sich zur Wehr zu setzen. Sie sehen sich als Opfer und reagiern mit Hilflosigkeit und Resignation, und mit starker emotionaler Erregung, wenn sie auf die Kränkung angesprochen werden. Viele leiden an einer dauerhaft deprimierten Stimmung und unter Antriebsunwilligkeit. Hinzu kommen können überschießende Affekte, Weinkrämpfe und schmerzhafte, quälende Erinnerungen an das Geschehene. Manche Menschen wollen unter allen Umständen einen Schuldigen finden und entwickeln Tötungsphantasien.


Was sind die Ursachen?

Einer Verbitterungsstörung liegt in der Regel ein traumatisches Ereignis zu Grunde, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit oder Ohnmacht verbunden war. Dies kann Mobbing am Arbeitsplatz sein, eine Trennung, ein größerer Konflikt oder auch eine persönliche Kränkung, die als demütigend und ungerecht empfunden wurde. Vielen Betroffenen fehlt es außerdem am Wissen, wie sie mit den schwierigen Fragen des Lebens umgehen könnten und an der nötigen Distanz zu sich selbst, oder auch an fehlendem Selbstwertgefühl.


Was kann man dagegen tun?

Hier gibt es sicherlich keine Patentlösungen. Betroffene können jedoch lernen, die Perspektive auf das Geschehen zu wechseln. Sie können lernen, wie sie Empathie entwickeln, die eigenen Emotionen besser wahrnehmen und das Ereignis um- oder neubewerten können.


Wie können die eigenen Ansprüche relativiert werden?

Wie kann es zu einer Aussöhnung mit dem Geschehenen kommen?

Wie kann die Vergangenheit abgeschlossen werden?

Welche neuen Lebensziele lassen sich finden?


Quelle:

Linden M. et al. (2004). Die Post-Traumatische Verbitterungsstörung (PTED)


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