Trauma und Trauer - wenn beides zusammenkommt

Manchmal erleben Menschen den Tod eines geliebten Familienmitgliedes oder Freundes unter dramatischen Umständen, die traumatisierend auf wirken. Plötzlich und unerwartet bricht das Unheil über uns herein, der geliebte Mensch wird mitten aus dem Leben gerissen und in uns entsteht ein Gefühl, als ob wir ins Bodenlose stürzen. Möglicherweise ging sein Tod mit grausamer Gewalt einher oder er ist gar nicht mehr auffindbar und wir konnten uns nicht einmal verabschieden. Manchmal quälen wir uns mit entsetzlichen Gedanken eigener Schuld oder Nachlässigkeit, weil wir seinen Tod eigentlich als vermeidbar ansehen und ihn nicht verhindern konnten.

Wir empfinden starken Trennungsschmerz und müssen es nicht nur lernen, mit dem Verlust zu leben und unsere Trauer zum Ausdruck zu bringen, sondern die Todesumstände haben in uns noch zusätzlich eine Wunde geschlagen, ein Trauma verursacht. Wenn dies geschieht, spricht man von 'traumatischer Trauer'. Der Trennungsschmerz und die Trauer werden zum allgegenwärtigen Trigger für das durchlebte Trauma und wir stecken in einer Art Endlosschleife fest. Viele geraten in traumatischen Stress, der es zusätzlich erschwert, die Trauer zum Ausdruck zu bringen und in ein neues Verständnis des eigenen Lebens zu entwickeln.

Dieser traumatische Stress äußert sich beispielsweise in emotionaler Taubheit. Gefühle der Leere und Bedeutungslosigkeit machen sich breit und plötzlich erscheint die Zukunft ihren Sinn ganz und gar verloren zu haben. Manche Menschen fühlen sich, als hätten sie durch den Tod der geliebten Person auch einen Teil ihrer Selbst verloren. Oft wird die bis dahin bestehende positive Weltsicht aufs schwerste erschüttert und manch einer gerät in Verzweiflung, Bitterkeit oder Wut in Verbindung mit dem Tod des geliebten Menschen. Treffen mehrere dieser Faktoren zusammen, kann es sinnvoll sein, über eine Traumatherapie und Trauerbegleitung nachzudenken. Es ist schwierig, eine solche Situation allein zu bewältigen.

Was ist eigentlich ein Trauma?

Inzwischen wurden von der Forschung verschiedene Definitionen formuliert, die ein Trauma möglichst genau beschreiben sollen. Als Trauma bezeichnet man zum einen ein Erlebnis existenzieller Bedrohung durch Gewalteinwirkung oder auch Gewaltandrohung auf den Körper. Aber auch scheinbar weniger katastrophale Ereignisse können mit heftigem Schrecken und Angst verbunden sein und auf diese Weise ein Trauma auslösen. In jedem Fall bezeichnet ein Trauma das Erleben einer plötzlichen heftigen oder anhaltenden äußeren oder inneren Bedrohung, die mit dem Gefühl von Todesangst und Ohnmacht einhergeht und oft mit Schutzlosigkeit, Schmerz und Verletzung in Verbindung steht. Die Auswirkungen auf das Leben und die Entwicklung traumatisierter Menschen sind erheblich. Sie reichen von Schlafstörungen, Alpträumen, Depressionen, Lähmungsgefühlen und Flash-backs bis hin zu Schreckhaftigkeit, Suizidgedanken, erhöhter Aggression und selbstverletzendem Verhalten. Oft verlieren Menschen nach traumatischen Ereignissen jegliches Vertrauen in ihre Mitmenschen und die Umwelt.

Was ist traumatische Trauer?

Traumatische Trauer entsteht, wenn die Auswirkungen, die je für Trauma und Trauer typisch sind, aufeinandertreffen. Auf diese Weise intensivieren sich die jeweiligen Symptome und die individuellen Möglichkeiten der Verarbeitung sind herabgesetzt. Das traumatische Ereignis stört oder verhindert einen angemessenen Trauerprozess, indem immer wieder traumatische Erinnerungen wachgerufen werden. Es kommt zu Flash-backs und Traumatisierte versuchen mit dem Geschehen fertig zu werden, indem sie - oft unbewusst - alles vermeiden, was sie daran erinnert.

Wie können Traumatherapie und Trauerbegleitung den Verarbeitungs- und Heilungsprozess unterstützen?

Für Traumatisierte ist es entscheidend, zunächst einmal innere und äußere Sicherheit zurückzugewinnen und langsam wieder Zuversicht und Vertrauen ins Leben zu fassen. Hier hilft es, beispielsweise durch einen strukturierten Tagesablauf oder Rituale eine gewisse Vorhersehbarkeit zu schaffen und langsam wieder zu lernen, die eigenen Gefühle zuzulassen, zu kontrollieren und zu steuern. Ebenso wichtig ist es, einen guten Zugang zu den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu finden und zu lernen, gut für sich selbst zu sorgen.


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ULRIKE ENGLMANN

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